"Arbeitslohn"

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Tigerface
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Re: "Arbeitslohn"

Beitrag von Tigerface » 21.01.2018 18:10

vom Prinzip her auch ein alter Thread.........
obwohl das Thema immer wieder aktuell ist.
Ignoranz tötet!

Streite niemals mit dummen Menschen. Sie ziehen dich auf ihr Niveau und schlagen dich mit Erfahrung!

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merino0501
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Re: "Arbeitslohn"

Beitrag von merino0501 » 21.01.2018 19:07

Verstrickung hat geschrieben:Für meinen Mann habe ich vor längerer Zeit eine Jacke gestrickt, meine Schwägerin fragte ob ich für ihren Mann die gleiche stricken würde. Als ich ihr sagte, wie viel die Wolle und die Knöpfe gekostet haben ( es war für das Material nicht übermäßig teuer ) meinte sie nur : da kann ich ja gleich eine fertige kaufen :lol: Ich hatte aber keine Lust ihr zu erklären, daß es Materialunterschiede gibt und eine gekaufte Jacke in der Qualität leicht das doppelte kosten könnte
Mit dicken Socken im Norweger Muster ist es dann das gleiche gewesen. Ich kam mir richtig blöde vor. ..nun stelle ich mir gerade vor, ich hätte auch noch von Arbeitslohn gesprochen :mrgreen: Also ich stricke auch nur noch für mich und meinen Mann oder wenn ich mal ein Geschenk brauche (einen Schal oder so :wink: )
Ja - genau diese Worte habe ich auch von meiner Nachbarin gehört. Dann ging sie selbst ans Werk: Billige Wolle (drehte sich während des Strickens auf), bin oft bei ihr gesessen und habe erklärt. Das habe ich gern getan. Dann habe ich aber von einigen Bekannten von ihr gehört, dass ich 'grauslich sei und ihr 'ihr Gestricktes' auftrenne, wenn ein Fehler ist. Das war's dann.
Ich stricke auch nur für mich, meine Familie und wenn ich Geschenke brauche.
LG - noch einen schönen Sonntag. :)

Susl
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Re: "Arbeitslohn"

Beitrag von Susl » 21.01.2018 19:57

ähem hat geschrieben:Hallo Leute

Warum nicht einfach den gültigen Mindestlohn verlangen? Warum soll eine Hobbystrickerin weniger verlangen, nur weil es ihr Hobby ist? Wem das zu teuer ist, der soll entweder selbst zu den Nadeln greifen oder sich jemand anderen suchen, der für fast nichts arbeitet.
is doch käse!
rechne doch mal hoch!
Beispiel ein einfacher janker kraus rechts (wünscht sich mein sohn und ich hab schon einiges da). Material hab ich schon da und hat 50 € gekostet. 5 trachtenknöpfe aus Metall à 2,70 €, strickband zum einfassen 6 m à 2,20 €. bin ich schon mal bei 76,70 €. und jetzt ist noch keine einzige masche gestrickt. mindestlohn für eine stunde ist 8,84 €
in 2 stunden strick ich die jacke auch nicht bzw. mach sie fertig. diesen preis allein für die arbeitszeit zahlt keiner.

für einen einfachen janker zahl ich in einem guten geschaft zwischn 150 € und 200 €. dann kann jeder diese sachsen kaufen. dann ist auch die teuerste gekaufte jacke ein schnäppchen.

egal ob jemand die selbstgemachten sachen würdigt oder nicht. zu utopischen preise kauft die keiner. dann is alles wieder beim alten jeder strickt für sich und gut is.

Susl
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Re: "Arbeitslohn"

Beitrag von Susl » 21.01.2018 20:01

ich wurde auch schon angesprochen, ob ich mir keine sachen kaufen kann, weil ich sie selbst stricken muß und mir nix kaufen kann.

meine antwort: is mein hobby.

kam sofort: is ja schlimm, das man in der heutigen zeit noch auf selbstgemachtes zurückgreifen muß. egal ob hobby oder nicht

meine antwort: dann schau dir mal die preise an, dann siehst du das handarbeiten kein billiges hobby ist. es müssen nicht die stricken, die sich sonst keine klamotten kaufen können, nein es stricken die, die es sich leisten können zu stricken und dann individuelle sachen haben. kleiner feiner unterschied!

ich strick nur für mich, meine familie und geschenke. sonst bekommt keiner was!

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Britta Orawski
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Re: "Arbeitslohn"

Beitrag von Britta Orawski » 21.01.2018 20:26

Hallo liebe Foristinnen und Foristen,
danke, dass ich nach so langer Zeit noch Antworten auf meine seinerzeitige (aus 2015!) Frage bekomme.

Inzwischen hat sich die Sache für mich - fast - schon erledigt. Ich stricke auch nicht mehr für andere Leute, es sei denn, jemand, den ich sehr mag, würde mich ganz inständig bitten. Ansonsten nur noch Geschenke, da suche ich mir dann selbst aus was ich stricke und vor allem für wen ich stricke.

Der Vorschlag mit dem Mindeststundenlohn ist ja nicht schlecht. Ich nehme mal einen Herrenjanker Gr. 54 als Beispiel, an dem habe ich ca. 70 Stunden gearbeitet. Wenn man einen Mindeststundenlohn von 8,50 € zu Grunde legt, kommt man auf sage und schreibe
595 € Arbeitslohn!!! Wenn ich das Geld bekommen würde, würde ich das Material dazu schenken!

Aber allen Ernstes: Man kann Handgearbeitetes nur an solche Menschen verschenken, die das auch zu würdigen wissen. Und jemandem zu erklären, warum das Material so viel oder weniger oder mehr kostet, dazu habe ich auch keine Lust. Also - ich lasse es.

Allen nochmals herzlichen Dank für die Beteiligung. Ich habe den Eindruck, dass ich mit meiner Meinung nicht so ganz alleine bin, was mich doch ein wenig bestärkt.

Liebe Güße
Britta
Leben ist das was uns zustößt, wenn wir uns etwas ganz Anderes vorgenommen haben.

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wollwolke
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Re: "Arbeitslohn"

Beitrag von wollwolke » 22.01.2018 02:52

Hallo an euch,
ich vermute mal, bei den gekauften Sachen kriegt man, ausser auf Märkten oder in besonderen Läden, keine wirklich handgenadelten Sachen. Das meiste wird industriell mit Strickmaschinen hergestellt und da haben die so eine Übung drin, dass die Arbeitszeit wesentlich kürzer ausfällt. Ich habe aber keine Ahnung, wie lange man mit einer Strickmaschine braucht (hat jemand eine?) Außerdem wird immer da produziert, wo sie den Leuten am wenigsten Lohn zahlen müssen.
Man muss auch nur ein Designerlabel draufkleben und schon kann man dem Preis noch eine Stelle hinzufügen. Wenn dann wenigstens das Material edel ist, aber oft kosten einfache T-Shirts einen Haufen Geld, weil es vom Hause Dingsbums designt wurde. Und ist auch nur aus Baumwolle, Viskose etc.
Ich war grade neugierig und hab mal bei google "Luxuriöse Pullover" eingegeben. Ich habe eine Seite gefunden mit Designermarken, da ist gerade Ausverkauf. Zum Beispiel ein Pullover, von ursprünglich 1.195 Euro auf 597 runtergesetzt, ein anderer von 1.890 auf "nur noch" 945 Euronen.
Ich weiß nicht, warum selbstgestrickte, -/gehäkelte Sachen immer noch so ein Hippie-Image haben, im Sinne von schlampig oder nichts wert. Verstehen kann ich, dass es von der Kriegszeit her so eine Art Notlösung war, als man wirklich alles selbermachen musste, auch mal was auftrennen und was Neues daraus machen. Es heißt doch immer, Selbstgemachtes sei so in...
LG :)
Tina
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Re: "Arbeitslohn"

Beitrag von Hotline » 22.01.2018 10:12

Hallo Britta, du hast dich richtig entschieden. Wenn du mit der Frau sonst keinen Kontakt hast - Finger weg. Was ist, wenn ihr deine Decke dann doch nicht gefällt?

Mir widerstrebt es, gegen Bezahlungg zu handarbeiten. Das ist mein Hobby, und soll es auch bleiben. Wenn ich mal für jemand Socken oder Stirnbänder stricke, weil die Person mir gegenüber auch nett und hilfsbereit ist, und der/diejenige dann als Dank mit einer Schachtel Pralinen oder selbstgebackenen Kuchen vor der Tür steht, ist das eine schönere Anerkennung als Geld.
Gruß Hotline

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Britta Orawski
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Re: "Arbeitslohn"

Beitrag von Britta Orawski » 22.01.2018 10:18

Hotline hat geschrieben:Hallo Britta, du hast dich richtig entschieden. Wenn du mit der Frau sonst keinen Kontakt hast - Finger weg. Was ist, wenn ihr deine Decke dann doch nicht gefällt?

Mir widerstrebt es, gegen Bezahlungg zu handarbeiten. Das ist mein Hobby, und soll es auch bleiben. Wenn ich mal für jemand Socken oder Stirnbänder stricke, weil die Person mir gegenüber auch nett und hilfsbereit ist, und der/diejenige dann als Dank mit einer Schachtel Pralinen oder selbstgebackenen Kuchen vor der Tür steht, ist das eine schönere Anerkennung als Geld.
Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen und so halte ich es inzwischen auch.

Gruß Britta
Leben ist das was uns zustößt, wenn wir uns etwas ganz Anderes vorgenommen haben.

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kete
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Re: "Arbeitslohn"

Beitrag von kete » 22.01.2018 11:39

wollwolke hat geschrieben:Ich weiß nicht, warum selbstgestrickte, -/gehäkelte Sachen immer noch so ein Hippie-Image haben, im Sinne von schlampig oder nichts wert. Verstehen kann ich, dass es von der Kriegszeit her so eine Art Notlösung war, als man wirklich alles selbermachen musste, auch mal was auftrennen und was Neues daraus machen. Es heißt doch immer, Selbstgemachtes sei so in...

Dazu hab' ich gerade neulich woanders eine längere Abhandlung verfasst. Als ich als Kind Stricken und Häkeln gelernt hab', war ich überglücklich, weil ich Sachen selber machen konnte. Aber ich lernte schnell, dass die Mühe sich überhaupt nicht lohnte. Wenn ich selbstgemachte Sachen verschenkte, sah' ich sie nie wieder, weil sie wahrscheinlich prompt entsorgt wurden oder irgendwo tief unten im Schrank verbuddelt (bestenfalls).

Trug ich meine selbstgemachten Werke selber, erntete ich Spott und Hohn. Wie schon Susl schrieb: "Kannst du dir nichts kaufen?" Das war schon sehr enttäuschend.

Ich erinnere mich, dass ich als junge Frau mal einen selbstgestrickten Pullover hatte (mit Wolle vom Hausherrn!), der mir richtig gut geraten war, so dass ich mich traute ihn auch zur Arbeit anzuziehen. Jede, aber auch wirklich jede Kollegin sprach mich an und fragte leicht abwertend: "Ist der selbstgemacht?" Gab' ich es zu, kam die Reaktion 'siehe oben'. Also lernte ich schnell zu sagen: "Ja, aber nicht von mir. Ich könnte das gar nicht. Hab' ich so gekauft." Und siehe da: es war ein ganz besonderes Stück! Woher? Wieviel? Kann man Sachen in Auftrag geben?

Ist doch seltsam, oder?

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Verstrickung
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Re: "Arbeitslohn"

Beitrag von Verstrickung » 22.01.2018 12:13

wollwolke hat geschrieben:Hallo an euch,
ich vermute mal, bei den gekauften Sachen kriegt man, ausser auf Märkten oder in besonderen Läden, keine wirklich handgenadelten Sachen. Das meiste wird industriell mit Strickmaschinen hergestellt und da haben die so eine Übung drin, dass die Arbeitszeit wesentlich kürzer ausfällt.
Ich kenne eine Frau die für einen online Shop strickt, sie benutzt eine Strickmaschine. Weil aber das bestücken der Maschine und das zusammen nähen ( teilweise ) per Hand gemacht werden muß, darf es als Handarbeit bezeichnet werden ( hat sie mir so gesagt )
LG Brigitte

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blümchenkaffee
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Re: "Arbeitslohn"

Beitrag von blümchenkaffee » 22.01.2018 15:56

Hallo,

ich handarbeite und nähe auch nur für meine Familie. Für Freunde und Verwandte habe ich auch schon einen Gang zurückgeschaltet, weil es mir mit der Zeit zu viel geworden ist. Meistens waren es Geschenke oder ich habe nur den Materialpreis verlangt. Wie Susi schon geschrieben hat, wer würde denn einen ordentlichen Stundenlohn bezahlen. Ehrlich gesagt, könnte ich es mir selbst auch nicht leisten mir um diesen Preis einen Pullover stricken zu lassen.

Das schlechte Image der selbstgestrickten Sachen kommt vermutlich daher, dass sich die Strickerin ja selbst keinen Arbeitslohn bezahlt und man weiß ja, was nichts kostet ist auch nichts wert. Sollte mich mal jemand auf die überhebliche Art fragen warum ich selbst stricke, werde ich einfach antworten "weil ich es kann." Überhaupt für jene, die einem zuvor erklären, dass sie nicht einmal wissen wie man eine Nadel hält und sich dabei cool vorkommen.

LG Babs

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Nixe55
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Re: "Arbeitslohn"

Beitrag von Nixe55 » 22.01.2018 17:49

Hai,

ich hab mal ein Beispiel: Helma´s Blue-Jeans Baby. Die Wolle hat schon 80€ gekostet (hat sie bezahlt). 4 Stränge bei einer LL von je 420m = 100,80 € (ohne Knäuel-Wickeln). Ich habe 6 Wochen täglich ca. 6-8 Std. dran gearbeitet =252 Stunden (Minimum bei 6 Std.). Mein Stundenlohn wäre also bei 6€ pro 100m 0,40 €. Sowas mache ich nur umsonst für liebe Freunde oder gar nicht. Bei einem Stundenlohn von nur 1€ hätte der Pullover mit Material mindestens 332€ gekostet, wer will das bezahlen?
Liebe Grüße

Sigi

die mit den Fischen spielt

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Verstrickung
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Re: "Arbeitslohn"

Beitrag von Verstrickung » 22.01.2018 19:29

blümchenkaffee hat geschrieben:

Das schlechte Image der selbstgestrickten Sachen kommt vermutlich daher, dass sich die Strickerin ja selbst keinen Arbeitslohn bezahlt und man weiß ja, was nichts kostet ist auch nichts wert.
Ja, das ist sicher ein Grund, manchmal liegt es aber auch daran, daß manche Strickteile aus welchen Gründen auch immer ,ihre Form verlieren oder hemmungslos ausleiern oder immer länger werden :wink: Manches muß auch mit der Hand gewaschen werden und/oder sollte nur im liegen trocknen , das ist ja viel zu umständlich , :lol: so was habe ich schon alles zu hören bekommen .
LG Brigitte

Susl
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Re: "Arbeitslohn"

Beitrag von Susl » 22.01.2018 19:35

Nixe55 hat geschrieben:Hai,

ich hab mal ein Beispiel: Helma´s Blue-Jeans Baby. Die Wolle hat schon 80€ gekostet (hat sie bezahlt). 4 Stränge bei einer LL von je 420m = 100,80 € (ohne Knäuel-Wickeln). Ich habe 6 Wochen täglich ca. 6-8 Std. dran gearbeitet =252 Stunden (Minimum bei 6 Std.). Mein Stundenlohn wäre also bei 6€ pro 100m 0,40 €. Sowas mache ich nur umsonst für liebe Freunde oder gar nicht. Bei einem Stundenlohn von nur 1€ hätte der Pullover mit Material mindestens 332€ gekostet, wer will das bezahlen?
und jetzt setz mal den mindestlohn (z.zt. 8,84 €) für 252 stunden an. jedes gekaufte teil is ein schnäppchen

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ähem
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Re: "Arbeitslohn"

Beitrag von ähem » 22.01.2018 19:40

Susl hat geschrieben:ich wurde auch schon angesprochen, ob ich mir keine sachen kaufen kann, weil ich sie selbst stricken muß und mir nix kaufen kann.

meine antwort: is mein hobby.

kam sofort: is ja schlimm, das man in der heutigen zeit noch auf selbstgemachtes zurückgreifen muß. egal ob hobby oder nicht

meine antwort: dann schau dir mal die preise an, dann siehst du das handarbeiten kein billiges hobby ist. es müssen nicht die stricken, die sich sonst keine klamotten kaufen können, nein es stricken die, die es sich leisten können zu stricken und dann individuelle sachen haben. kleiner feiner unterschied!

ich strick nur für mich, meine familie und geschenke. sonst bekommt keiner was!
Hallo Leute

Wenn ich mir selbst etwas stricke oder häkle, dann paßt es. Bei gekauften Sachen sind die Ärmel zu lang und die Taille sitzt an der falschen Stelle, weil ich nicht so groß bin. Wer nicht die Normmaße hat, hat schlechte Karten.
Übrigens kenne ich eine Adresse, da wird für Handgehäkeltes und Gestricktes der Preis verlangt, der aufgrund der Arbeitszeit angemessen ist. Ein edles langes Kleid aus Häkelspitze kostet dann schon mal 700,00 EUR.
Es grüßt Ähem

Ich stricke, also bin ich!

Susl
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Re: "Arbeitslohn"

Beitrag von Susl » 22.01.2018 21:13

ähem hat geschrieben:
Susl hat geschrieben:ich wurde auch schon angesprochen, ob ich mir keine sachen kaufen kann, weil ich sie selbst stricken muß und mir nix kaufen kann.

meine antwort: is mein hobby.

kam sofort: is ja schlimm, das man in der heutigen zeit noch auf selbstgemachtes zurückgreifen muß. egal ob hobby oder nicht

meine antwort: dann schau dir mal die preise an, dann siehst du das handarbeiten kein billiges hobby ist. es müssen nicht die stricken, die sich sonst keine klamotten kaufen können, nein es stricken die, die es sich leisten können zu stricken und dann individuelle sachen haben. kleiner feiner unterschied!

ich strick nur für mich, meine familie und geschenke. sonst bekommt keiner was!
Hallo Leute

Wenn ich mir selbst etwas stricke oder häkle, dann paßt es. Bei gekauften Sachen sind die Ärmel zu lang und die Taille sitzt an der falschen Stelle, weil ich nicht so groß bin. Wer nicht die Normmaße hat, hat schlechte Karten.
Übrigens kenne ich eine Adresse, da wird für Handgehäkeltes und Gestricktes der Preis verlangt, der aufgrund der Arbeitszeit angemessen ist. Ein edles langes Kleid aus Häkelspitze kostet dann schon mal 700,00 EUR.
Nixe55 hat geschrieben:
Hai,

ich hab mal ein Beispiel: Helma´s Blue-Jeans Baby. Die Wolle hat schon 80€ gekostet (hat sie bezahlt). 4 Stränge bei einer LL von je 420m = 100,80 € (ohne Knäuel-Wickeln). Ich habe 6 Wochen täglich ca. 6-8 Std. dran gearbeitet =252 Stunden (Minimum bei 6 Std.). Mein Stundenlohn wäre also bei 6€ pro 100m 0,40 €. Sowas mache ich nur umsonst für liebe Freunde oder gar nicht. Bei einem Stundenlohn von nur 1€ hätte der Pullover mit Material mindestens 332€ gekostet, wer will das bezahlen?


und jetzt setz mal den mindestlohn (z.zt. 8,84 €) für 252 stunden an. jedes gekaufte teil is ein schnäppchen


dann rechne in diesem beispiel mal aus, was die jacke dann kosten müßte. und dann sag mir, ob du das bezahlen würdest. da sind dann 700 € für dein aufwändiges häkelkleid peanuts

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